Zwei Buchempfehlungen zur persönlichen Überbrückung der Krise

Im heutigen Blogeintrag möchte ich zwei Bücher empfehlen, welche mir auf unterschiedliche Art und Weise dabei geholfen haben mit der aktuellen Corona-Situation klarzukommen. Ich möchte Betrachtungsweisen auf die Krise näherbringen und einen Antrieb schaffen, der zum proaktiven Handeln auffordert.

Chronik einer angekündigten Krise – Paul Schreyer

Das erste Buch hat das Ziel die Krise und die damit einhergehenden politischen Entscheidungen näher zu beleuchten.  „Chronik einer angekündigten Krise“ hilft, zu verstehen, warum die handelnden Akteure solch drastische Aktionen einleiten und aufrechterhalten, wie sie es aktuell tun. Exemplarisch wurden einige Kapitel aus diesem Buch bereits im letzten Blogeintrag behandelt, und mit eigenen Rückschlüssen und offenen Fragestellungen versehen. Paul Schreyer führt uns durch eine chronologische Einordnung der Geschehnisse. Seine sachlichen Analysen beschränken sich nicht nur auf die während der Corona-Zeit gefallenen – politischen – Entscheidungen. Zusätzlich wird dem Leser dargelegt welche Organisationen sich auf pandemische Notlagen vorbereitet haben. Dazu wird präsentiert, welche Pläne zur Pandemie- oder Bioterrorismusabwehr entworfen wurden, die heute allem Anschein nach in die Tat umgesetzt werden.  Durch das Erkennen der vorliegenden „Handlungsempfehlungen“, beispielsweise seitens der Veranstalter des Events 201, gelangt man zu der Einsicht, dass nicht die ganze Welt von heute auf morgen verrückt geworden ist, sondern dass die Pandemiebekämpfungspolitik, welche die mediale Darstellung impliziert, ganz klar vordefinierten Prozessen folgt. Dass diese seit einem Jahr eingeleiteten Prozesse fehlerhaft, oder womöglich in großem Style irrational und für die Gesellschaft im Gesamten schädlich sind, bleibt von dieser Erkenntnis unberührt. Auch die Vorgeschichte der Pandemiebekämpfungsplanspiele wird beleuchtet. Paul Schreyer zeigt auf, dass in den 2000er Jahren die Angst vor Bioterrorismus in der Bevölkerung bewusst geschürt wurde, und, dass diese Angst der Angst vor Terrorismus in großen Teilen ähnelt. Dass Lobbyverbände und Nichtregierungsorganisationen von diesem Zustand profitieren, die bisher vor allem an Waffenexporten und Kriegen verdienten, wird anschaulich und leicht verständlich dargelegt. All diese ineinander verwobenen Ereignisse und Zustände führen schlussendlich zu den politischen Entscheidungen, welche uns heutzutage das Leben so schwer machen. Beispielsweise wurde im Oktober 2019  das „Event 201“ durchgeführt. Dieses wurde vom „Johns Hopkins Center For Health Security“ gemeinsam mit dem Weltwirtschaftsforum und der Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung geplant, finanziert und durchgeführt. Hier wurden mögliche Szenarien besprochen, die im Falle einer echten Pandemie durchgeführt werden müssten, um den Schaden der Pandemie möglichst gering zu halten. Für die Darstellung eines realistischen Szenarios, wurden den Teilnehmern während der Simulation gestellte Medienberichte zum Ausbruch eines fiktiven Coronavirus gezeigt, in denen die rasant steigenden Infektionszahlen gezeigt wurden. Mit dieser realitätsverzerrenden medialen Kommunikation haben wir es nun auch seit einem Jahr tagtäglich zu tun, ohne dass die massiv erhöhte Anzahl an Testungen in Relation gestellt wird. In Deutschland wurden zwischen dem 9. Und 15. März 2020 5,9 Prozent der Untersuchten als PCR-positiv eingestuft. Eine Woche später, also vom 16. Bis zum 22. März waren es 6,8 Prozent. Dieser „exponentielle Anstieg“ (in den absoluten Fallzahlen waren es 7.582 und in der Folgewoche 23.820 positive Tests), sorgte für einen bis dahin beispielslosen Shutdown in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Währenddessen stieg nicht nur der relative Anteil der positiv Getesteten um einen Prozent Punkt, sondern auch die Testkapazität wurde von 130.000 auf 350.000 erhöht (Quelle RKI Lagebericht). Durch die Darstellungen von Paul Schreyer, und durch das Erkennen und Verstehen der Planspiele, welche der Pandemiebekämpfung zugrunde liegen, ergeben sich neue Fragen. Zum Beispiel, ob durch Entscheidungen, wie sie exemplarisch in Bayern von oben herab getroffen wurden, sich der demokratische Grundgedanke in unserem Land verflüchtigt hat. Offensichtlich hält es niemand der höherrangigen Politiker und Ministerpräsidenten für nötig die Stimmung im Volke zum Thema von Lockdowns oder Ausgangsbeschränkungen abzufragen, weder bei den vulnerablen Gruppen, zu denen auch Kinder gehören, welche enorm unter den Maßnahmen leiden, noch bei irgendjemand anderen. Lieber befindet man sich auf der „sicheren Seite“ und folgt scheinbar Simulationen wie dem Event 201. Dies ist nicht demokratisch legitimier, zumal die Teilnehmer dieses Events in keiner Art und Weise gewählt wurden und größtenteils der Öffentlichkeit unbekannt sein dürften. Übrigens kann man sich das Event 201 hier ansehen und alle nötigen Informationen direkt vom John Hopkins Center For Health Security erhalten. Zur besseren politischen Reflektion und zur Einordnung der momentanen politischen Lage in der BRD folgt die zweite Buchempfehlung meines Blogeintrags:

Was heißt persönliche Verantwortung in einer Diktatur? – Hannah Arendt

Das zweite Buch, „Was heißt persönliche Verantwortung in einer Diktatur?“, von Hannah Arendt, hilft dabei, das aktuelle politische Gefüge einzuordnen. Schon seit einiger Zeit hören wir aus den alternativen Medien immer wieder Begriffe wie „Merkel-Diktatur“ oder ähnliches. Gleichzeitig macht der politische Mainstream sich über derartige Äußerungen weitestgehend lustig, obwohl in der Corona-Zeit die schärfsten bürgerrechtsbeschneidenden Gesetze in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland beschlossen wurden.  Die Darbietungsform der Analysen Arendts ähneln mehr einem Vortrag als einem Sachbuch, was dem Leser den Eindruck einer direkten kommunikativen Interaktion mit der Autorin vermittelt. Es werden Unterscheidungen getroffen zwischen politischer, philosophischer und gesellschaftlicher Schuld, wodurch der Begriff der Schuld aus dem tagespolitischen Geschehen einerseits gesellschaftlich erläutert, und andererseits auf jeden einzelnen Menschen in einem solchen System übertragen wird. So lernt man als Leser etwas über sich selbst dazu und wird dazu ermutigt sein eigenes tagtägliches Handeln, welches mit politischer Macht, beziehungsweise mit politisch-gesellschaftlichem Konformismus, oder dem gegenteiligen Individualismus gleichzusetzen ist, zu überdenken. Im Buch wird dargestellt, dass wir als Volk darüber entscheiden, oder zumindest dazu beitragen, in welchem politischen Kontext wir leben. Auf die heutige Zeit übertragen stellt die Autorin uns Fragen wie „Wollen wir eine Maske tragen, obwohl wir im Geiste anderer Meinung sind?“, oder „Warum räumen wir der gesellschaftlich akzeptierten Meinung im Alltag so viel Platz ein, suggerieren somit unseren Mitmenschen Akzeptanz für das politisch Gepriesene, indem wir uns an die Regeln halten, weil wir Stress vermeiden wollen?“. „Ist es wirklich eine gute Idee seine eigene Meinung am Familientisch nicht laut auszusprechen, damit der Scheinfrieden in der Familie erhalten bleibt?“. „Wann wollen wir unser heutiges Verhalten ändern, damit wir in Zukunft, wenn wir einmal auf die aktuelle Zeit zurückblicken, noch glücklich mit uns selbst leben können?“. Wo beginnt Diktatur? Nach Arendt befindet man sich bereits in einer Diktatur, wenn in einer Gesellschaft ein politisches Thema existiert, zu dem eine zu akzeptierende Meinung von oben herab diktiert wird. Die zu akzeptierende Meinung entscheidet im Zweifelsfall darüber, ob man, sofern man dieser nicht folgt, noch am gesellschaftlichen Leben teilnehmen kann. Sie entscheidet über die Streitigkeiten an den Stammtischen. Sie kann dafür sorgen, dass Familien auseinandergerissen, Freundschaften beendet und Partnerschaften in Frage gestellt werden. Wenn sich diese Meinung dann auch noch durch alle gesellschaftlichen Schichten, von Reich bis Arm, von Intellektuell bis zu den unteren Bildungsschichten, durch Sportvereine und kulturelle Einrichtungen zieht, sind das allergrößte Anzeichen für diktatorische Verhältnisse. Man muss sich, sofern man die Frage des aktuellen politischen Gefüges stellt, also vielleicht davon freimachen, dass Diktatur automatisch mit physischer Gewalt einhergeht. Diktatur bedeutet eben nicht nur, dass Menschen willkürlich oder aufgrund ihres oppositionellen Verhaltens, ihres Glaubens oder aus welchen Gründen auch immer eingesperrt oder erschossen werden können. Diktatur bedeutet laut Arendt vor allem Gleichschaltung zu einem bestimmten politischen Thema. Der Begriff Diktatur hat also etwas mit diktieren zu tun. Die Unterstützung von staatlich mitfinanzierten Wahrheitsministerien („Fakten-Checkern“), welche darüber entscheiden können, welche politischen oder sogar wissenschaftlichen Inhalte in unseren Medien zu sehen sind, oder welche Beiträge in den sozialen Medien mit einem Warnhinweis zu versehen sind, ist mutet eher diktatorisch als von einer von der Meinungsfreiheit getragenen Demokratie an. Die Frage, ob wir uns nun in einer Diktatur befinden, und wie wir damit umzugehen haben, kann sich jeder selbst beantworten. Es scheint hilfreich zu sein, den Begriff der Diktatur zu untersuchen, bevor man eine Einschätzung wagt. Dafür ist das Buch von Hannah Arendt bestens geeignet. Gleichzeitig zeigt Arendt auf, mit welchen Konsequenzen wir persönlich zu leben haben, wenn wir uns dem Konformismus hingeben und in Stagnation verfallen. 

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