Wo bleibt der Dialog?

„Wir bräuchten Intellektuelle, deren natürlicher Lebensraum NICHT der Enddarm der Regierung ist“[1]

Ein Zitat von Gunnar Kaiser. Gunnar ist ein kaiserlicher Philosoph aus der Gegenöffentlichkeit, der mit seinen messerscharfen Analysen und ironischen Fragestellungen schon den ein oder anderen Enddarmbewohner rhetorisch zerlegte, bringt es mit diesem Zitat auf den Punkt.

Wieso finden sich in der öffentlichen Debatte, explizit beim Thema Corona nur regierungstreue Langweiler wieder? Wieso tritt die Opposition in den Altmedien nicht in Erscheinung? Und das, obwohl die wissenschaftliche Expertise wohl eher auf der Seite der „Verschwörungstheoretiker“ liegt. Zu dieser Feststellung gelangt man, wenn man sich die Studien von Prof. Ioannidis von der Stanford Universität[2], oder auch die Aufarbeitungen des Corona-Ausschusses rund um Dr. Füllmich ansieht[3]. Ob wir auf der Bundespressekonferenz jemals eine Antwort auf die einleitenden Fragen erhalten werden? Leider ist nicht davon auszugehen. Erinnern wir uns dazu an eine Frage von Herrn Reitschuster, welche er direkt an Frau Merkel stellte. Ihre Antwort war ernüchternd. Auszug[4]:  

Reitschuster: „Auch in der Unionsfraktion wurde Ihnen gestern vorgeworfen, dass Sie sich einseitig beraten ließen. In der Expertenrunde waren zwei Vertreter der Null-COVID-Strategie, es war aber kein einziger expliziter Kritiker dabei. Es gibt die Studie von Ioannidis ‑ wissenschaftlich belegt ‑, der sagt: Lockdown schadet und hilft nicht. Es gibt keine wissenschaftlich belegte Studie, die die Bundesregierung nennen konnte. Warum tauschen Sie sich nicht mit den expliziten Kritikern offensiver aus? Warum wird diese Ioannidis-Studie nicht berücksichtigt?“

Merkel „Diese politische Entscheidung habe ich getroffen. Ich kann die wissenschaftlichen Studien lesen, aber uns nimmt ja trotzdem keiner die Entscheidung ab. Diese politische Entscheidung habe ich getroffen, weil ich weiß, Professor Kroemer von der Charité hat mir gesagt, dass vor kurzer Zeit das Durchschnittsalter der dort liegenden Menschen 63 Jahre betrug“

Damit offenbarte Merkel uns, dass ihr und den Expertenräten großangelegte Studien weniger wichtig sind als Erfahrungen von Einzelpersonen. Bis heute präsentierte die Bundesregierung noch keine Studie, auf der die Entscheidungen im Kampf gegen den neuen "unsichtbaren Feind“ beruhen. Dabei ist noch anzumerken, dass, sollte es eine solche Studie jemals geben, nicht nur die Anzahl möglicherweise geretteter Leben mit einberechnet werden sollte, sondern auch, wie viele Menschen durch unsere Maßnahmen direkt an Hunger versterben müssen. Selbstverständlich existieren noch weitere katastrophale Schäden, welche durch Lockdowns ausgelöst werden, hier jedoch ein Beispiel dafür, ausbearbeitet von Oxfam[5], was die von unseren Experten empfohlene und daraufhin propagierte Vorgehensweise anrichtet:

„In Indien hat der Lockdown geschätzte 40 Millionen Menschen, hauptsächlich Wanderarbeitskräfte aus den unteren Kasten, über Nacht arbeitslos gemacht. Aus Angst vor Hunger und Krankheit in den Slums, in denen sie zuhause sind, haben sich Hunderttausende auf den Weg zu ihren Dörfern gemacht. Auf dem Höhepunkt der Erntesaison fehlten Wanderarbeitskräfte und Bauern mussten ihre Ernten auf dem Feld verrotten lassen."

„In der Sahelzone haben Bewegungsbeschränkungen Millionen Viehzüchter*innen daran gehindert, ihre Tiere zur Fütterung auf grünere Weiden zu treiben, was die Lebensgrundlage von Millionen Menschen bedroht. Bis zu 50 Millionen Menschen sind von Unterernährung und Ernährungsunsicherheit bedroht. Nur 26 Prozent der 2,8 Milliarden Dollar, die für die Versorgung mit lebenswichtiger humanitärer Hilfe benötigt werden, wurden zugesagt.“

Es lassen sich noch unzählige weitere katastrophale Beispiele aus diesem Bereich finden. Glauben Sie noch, dass die Lockdown Politik heilsam sein sollte und vor allem für die Gesundheit der Menschheitsfamilie gedacht war?

[1] https://www.facebook.com/DK.Nachrichten/posts/664111774191697/

[2] https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1111/eci.13484

[3] https://corona-ausschuss.de/

[4] https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/pressekonferenzen/pressekonferenz-von-bundeskanzlerin-merkel-zur-aktuellen-lage-1841788

[5] https://www.oxfam.de/presse/pressemitteilungen/2020-07-09-neue-hunger-epizentren-covid-19-mehr-menschen-koennten

Bild: https://unsplash.com/photos/3EkT6xb4K9w