Wie bekämpft man Pandemien?

Die Maßnahmen zur Bekämpfung der Coronapandemie erscheinen den Menschen in Deutschland zunehmend willkürlich und planlos. Als Betrachter der Situation stellt man sich die Frage, ob die Politik gänzlich unvorbereitet auf einen Virus wie das Sars-CoV-2 war und, warum die Politik es nach einem Jahr der Konfrontation mit dem Virus immer noch nicht geschafft hat, einen sinnvollen und schadensbegrenzenden Umgang mit dem Virus zu finden. Die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Nebenwirkungen der Maßnahmen scheinen deren Nutzen deutlich zu übersteigen.

Das „Center for Health Security“ an der John Hopkins University hingegen beschäftigt sich schon seit seiner Gründung im Jahr 1998 mit der Bekämpfung globaler Pandemien und der entsprechenden Verordnung von bürgerrechtsbeschneidenden Maßnahmen. Auf den abgehaltenen Konferenzen, an denen Planspiele zur Bekämpfung von Pandemien oder solche zur Abwehr von Bioterrorismusangriffen abgehalten wurden, treffen sich in regelmäßigen Abständen Personen aus der Politik, dem Militär und den Medien. Pandemische Katastrophen werden einem Drehbuch folgend durchgespielt und befassen sich mit Fragen deren Antworten wir heute, präsentiert durch unsere Politik, sehen können. So wird diskutiert, ob Zwangsimpfungen notfalls legal seien, wie man das logistische Problem der Verteilung von Impfstoffen löst, ob das Kriegsrecht ausgerufen werden sollte, und ob man zur Kontrolle der Einhaltung der beschlossenen Maßnahmen die Nationalgarde einsetzen müsse.

Die Gestalter und Gönner dieser Veranstaltungen sollen an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. So spendete die Sloan-Foundation dem „Center for Health Security“ ab dem Jahr 2000 44,1 Millionen Dollar. Deren Gründervater, Alfred Sloan, der einstige Chef von General Motors, unterstützte während des zweiten Weltkriegs bereits die USA im Kampf gegen Nazideutschland. Aber auch Nazideutschland wurde im Krieg von General Motors unterstützt. Auf Wikipedia wird die Stiftung als „philanthropisch“ bezeichnet.

In jüngster Vergangenheit, im Oktober 2019 fand das letzte große Pandemieplanspiel des „Centers for Health Security“ statt. Hier wurde der Ausbruch einer Coronavirus-Pandemie, ohne terroristischen Hintergrund simuliert. Eine schwere Pandemie würde eine zuverlässige Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Branchen, nationalen Regierungen und wichtigen internationalen Institutionen (Nichtregierungsorganisationen) erfordern. Wie auf der Homepage des „Centers for Health Security“ nachzulesen ist (https://www.centerforhealthsecurity.org/event201), zielte das Event darauf ab, Führungskräfte aus den höchsten politischen und industriellen Bereichen zu schulen. Simuliert wurde ein Ausbruch eines neuartigen Coronavirus, das von Fledermäusen über Schweine auf den Menschen übertragen wird. Der Erreger und die von ihm ausgelöste Krankheit waren weitgehend dem SARS-Virus nachempfunden, aber das neuartige Virus sei in der „Gemeinschaftsumgebung“ durch Menschen mit milden Symptomen (im Gegensatz zu SARS) besser übertragbar. Obwohl einige Länder zunächst in der Lage sind, die Pandemie unter Kontrolle zu halten, breitet sie sich weiter aus und wird erneut eingeschleppt, und schließlich kann kein Land der Welt mehr „die Kontrolle behalten“. Es gibt keine Möglichkeit, dass im ersten Jahr ein Impfstoff verfügbar ist. Da die gesamte menschliche Bevölkerung anfällig ist, steigt die kumulative Zahl der Fälle in den ersten Monaten der Pandemie exponentiell an und verdoppelt sich jede Woche. Dies wurde im Planspiel wie in der Realität durch angstmachende und realitätsverzerrende kumulierte Grafiken über die Entwicklung der Fallzahlen dargestellt. Während sich die Fälle und Todesfälle häufen, werden die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen immer gravierender. Die Pandemie würde so lange andauern, bis es einen wirksamen Impfstoff gibt, oder bis 80-90 % der Weltbevölkerung infiziert sind. Das konkrete Ergebnis des Events ist eine Liste von Empfehlungen, welche von dem „Center for Health Security“, dem Weltwirtschaftsforum, und der Bill & Melinda Gates Stiftung herausgegeben wurden. Die fünf wichtigsten werden im Folgenden zusammenfassend präsentiert:

1.Unternehmen mit Schwerpunkten auf Logistik, soziale Medien oder Verteilungssystemen werden benötigt, um die Notfallmaßnahmen der Regierungen und die „Risikokommunikation“ zu unterstützen. Die Regierungen sollten schnellstmöglich die kritischsten Bedarfsbereiche identifizieren und mit den Akteuren der Industrie in Kontakt zu treten.

2.Industrie, Regierungen und internationale Organisationen sollen zusammenarbeiten, um eine schnelle und gerechte Verteilung der Impfstoffe zu gewährleisten. Die Koordination hierzu soll über die WHO in Kooperation mit der Impfstoffallianz GAVI geregelt werden.

3. Regierungen, internationale Organisationen und globale Transportunternehmen sollen zusammenarbeiten, um den Handel aufrecht zu erhalten. Die Aufrechterhaltung von Handel und Reisen unter pandemischen Umständen kann die Bereitstellung von verstärkten Seuchenbekämpfungsmaßnahmen und persönlicher Schutzausrüstung für Transportarbeiter erfordern. Staatliche Subventionen zur Unterstützung kritischer Handelsrouten und „Haftungsschutz in bestimmten“ Fällen werden benötigt. Die WHO, die International Air Transport Association (IATA) und die International Civil Aviation Organization (ICAO) sollten Partner bei diesen Vorbereitungs- und Reaktionsmaßnahmen sein.

4. Die Regierungen sollen verstärkt Ressourcen, die für die Entwicklung und Herstellung von Impfstoffen, Therapeutika und Diagnostika benötigt werden, bereitstellen. In Abstimmung mit WHO, GAVI und anderen relevanten multilateralen und nationalen Mechanismen sollen Investitionen in neue Technologien und industrielle Ansätze getätigt werden, die eine schnelle Herstellung ermöglichen. Dies erfordert unter anderem die Beseitigung rechtlicher und regulatorischer Hindernisse.

5. Regierungen und der private Sektor sollten der Entwicklung von Methoden zur Bekämpfung von Falsch- und Desinformation vor der nächsten Pandemie eine höhere Priorität einräumen. Medienunternehmen sollten sich ihrerseits dazu verpflichten, dafür zu sorgen, dass glaubwürdige Nachrichten Vorrang haben und Falschmeldungen unterdrückt werden.

Abschließend lässt sich festhalten, dass man auf eine Pandemie möglicherweise besser hätte vorbereitet sein können, wenn man sich unabhängig von den großen industriellen Interessen auf eine solche Lage vorbereitet hätte. Es ist sehr zweifelhaft, ob sich die Regierungen der Welt nach Planspielen richten sollten, die aus den Bereichen derjenigen Industrie finanziert wurden, die jetzt von der pandemischen Notlage profitieren. Auch die empfohlenen Machtverschiebungen von den Nationalstaaten hin zu internationaleren, nicht-gewählten Organisationen sind sehr kritisch zu beurteilen, da sie das demokratische Gleichgewicht stark durcheinanderbringen. Jedoch kommt an dieser Stelle unweigerlich die nächste Frage auf, ob unsere bisherigen Systeme demokratisch genug organisiert waren, wenn sie solche Zustände begünstigen und den Kritikern dieser Maßnahmen keinen angemessenen öffentlichen Diskussionsraum bieten. Auch sollten wir hellhörig werden, wenn es darum geht, dass (Falsch-) Informationen unterdrückt werden sollen. Wer hat zu entscheiden, welche Informationen „falsch“ und zu unterdrücken sind? Möchten wir als Menschen die Entscheidungsmacht darüber Konzernen überlassen, die sich alles erlauben können, keinen Halt davor machen jeden Einzelnen von uns auszuspionieren und sogar den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump während seiner Amtszeit sperren lassen können, ohne irgendwelche Konsequenzen davon tragen zu müssen? Ich meine, dass wir uns hier schnellstmöglich nach positiveren, den Menschen und der Meinungsfreiheit freundlicher gesinnten Alternativen umsehen müssen. Denn diese gibt es und sie warten auf uns. Die Macht die alten Systeme über uns bestimmen zu lassen oder neue Systeme auferstehen zu lassen, und das alte, autoritäre hinter uns zu lassen, liegt bei uns, den Menschen.